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Interessengemeinschaft der Jakobschafzüchter
  1.  

  

 

Rassestandard (VDL ) für das Jakobschaf

 

Rassetypische Merkmale

 

 Das Jakobschaf ist ursprünglich in Großbritannien beheimatet, wo es neben der Landschaftspflege zur Wollgewinnung eingesetzt wird. Es handelt sich um ein mittelgroßes, mischwolliges, langschwänziges, robustes Schaf, welches symmetrisch angeordnet zwei, vier oder sechs Hörner trägt. Die Farbe der Hörner ist schwarz oder schwarz-weiß gestreift, zwischen den Hornbasen soll Haut sein, bei Vierhörnern soll das obere Paar von der Oberseite des Kopfes nach oben wachsen, das untere Platz zwischen Horn und Kiefer lassen. Die Hörner dürfen das Tier weder verletzen noch beeinträchtigen. Der Kopf ist bis zum Hornansatz wollfrei, in der charakteristischen Farbe braunweiß bis schwarzweiß.

Rassetypisch ist ein Gesicht mit rein weißer Blesse und gleichmäßig schwarzen Backen und möglichst dunkler Nase. Die Ohren sind klein, aufrecht und leicht oberhalb der Horizontalen. Die klaren, großen Augen sind ohne Spaltung der oberen Augenlider. Die Beine sind unterhalb des Sprunggelenks unbewollt und weiß mit oder ohne dunkle Flecken gezeichnet. Die braunweiße oder schwarzweiße Wolle ist sehr gut spinnfähig. Das Vlies besteht aus feiner bis mittlerer Qualität (CD-Wolle) mit wenig Grannenhaaren. Das Vlies ist von offener Beschaffenheit und seidig glänzend. Die Länge des Vliesstapels ist 7-18 cm.

Zuchtziel

Züchtung eines mittelrahmigen Landschafes mit rassetypischer Ausbildung des Kopfes, der Hörner und der Färbung des Wollvlieses. Übermäßige Melierung der Wolle und deutlich sichtbare Spalten im Oberlid sind unerwünscht. Für Schauen gilt ein erweiterter Rassenstandard.

 

Leistungsangaben

 

 

 

 

Körper-

gewicht (kg

Vlies-

gewicht (kg)

Ablamm-ergebnis (%)

Widerrist-höhe

(cm)

Altböcke

Jährlingsböcke

55 – 85

2,5 – 4,0

 

70 – 80

Mutterschafe

Jährlingsschafe

35 – 60

1,5 – 3,0

150

65 – 70

 

 

Die täglichen Zunahmen liegen bei Schlachtlämmern im Bereich von 150 - 200 g, das handelsübliche Lebendgewicht bei rund 35 bis 40 kg.

 

 

 

Erweiterter Rassenstandard Jakobschaf 

 


Die u. a. Empfehlungen wurden auf dem Treffen der Interessengemeinschaft der Jakobzüchter am 04./05. September 2004 in Berne, Weser-Ems, diskutiert und gefasst. Es waren elf Züchter beteiligt. Die Empfehlungen sollen sowohl Züchtern als auch Zuchtleitern als Ergänzung zum Rassestandard dienen. Die Erläuterungen betreffen nur spezifische Merkmale des Jakobschafes, nicht allgemeine Merkmale wie Durchtrittigkeit, Bein- oder Zahnfehler, Senkrücken etc. Ein zuchtausschließendes Merkmal sollte ausreichen, um ein Tier nicht zu kören. Das Auftreten mehrerer unerwünschter
Merkmale kann zum Zuchtausschluss führen.

 

 Wünschenswerte Merkmale Akzeptable, aber weniger
wünschenswerte Merkmale
 Zuchtausschließende
Merkmale (eines reicht zum
Ausschluss)
 Kopf
• frei von Wolle vor den
  Hörnern
• reinweiße Blesse mit
  gleichmäßig schwarzen
  Backen
• gleichmäßig gezeichnetes
  Gesicht
• dunkle Nase
• Zippen sollten ein feineres,
  weibliches Erscheinungsbild
haben
• Böcke sollten im Erscheinungsbild
  kräftiger und
  männlich sein
  unterhalb des Auges   entfallene
  Augenflecken (keine
  durchgehende Maske)
• schmale Blesse
• rosa oder gefleckte Nase
• leichte Tendenz zur
Ramsnase
• fehlende Gesichtszeichnung
  
   Ohren
• klein, aufrecht und leicht
  oberhalb der Horizontalen
  fehlende Gesichtszeichnung
• Wolle vor den Hörnern
• großer, quadratischer Jakob-
   untypischer Kopf
 
 Ohren
• klein, aufrecht und leicht
  oberhalb der Horizontalen
• weiß, dunkel oder gefleckt
 • etwas größere Ohren, aber
    noch proportional zum
    Körper
  große, hängende Ohren
  und/oder unproportional
  zum Körper
 Augen
• klare, große Augen, keine
Anzeichen von Spaltung
der oberen Augenlider
• Farbe: braun, blau oder
 marmoriert
   deutlich sichtbare Spalte
  im Oberlid
• weiße A

 Hörner
• zwei, vier oder sechs Hörner, 

  wenn sie  symmetrisch
   angeordnet sind
• Stutzer erlaubt
• Farbe: schwarz oder
  schwarz-weiß gestreift
• Haut zwischen den Hornbasen
• bei Vierhörnern soll das
  obere Paar von der Oberseite
  des Kopfes nach
  oben wachsen
• die unteren Hörner sollen
  Platz zwischen Horn und
  Kiefer lassen
• die Hörner sollen dem Tier
  stets Verletzungsfreiheit
  sichern und es nicht behindern
• Zippen haben weniger
ausgeprägte Hörner als Böcke

 Böcke
• fehlende Haut zwischen
   den oberen und unteren
   Hörnern
Zippen
• unsymmetrische Hörner
• zusammengewachsene
   Hörner
• drei oder fünf Hörner
• sich verschieden entwickelnde
  und unsymmetrisch
   sitzende Hörner
Böcke und Zippen
• weiße Hörner
• leicht vorwärts neigende
Hörner, die beim Grasen
nicht behindern

  hornlose Tiere bei beiden
   Geschlechtern
• vorwärts weisende Hörner,
  die sich zu den Augen
  drehen oder über die Nase
  hinaus wachsen und das
  Tier am natürlichen Grasen
   hindern
• einengende oder enganliegende
   Hörner, die nicht
   genug Platz zu Hals oder
   Kiefer lassen
Böcke
• unterentwickelte Hörner
• zusammengewachsene
  Hörner
• sich verschieden entwickelnde
  und unsymmetrisch sitzende Hörner
  bei Vierhörnern

 Hals/Nacken
• stark, mittlere Länge
• gut auf den Schultern sitzend
  
 Schwanz
• Böcke und Zippen sollten
  ihren bewollten Schwanz
  ungekürzt behalten
• natürlicher fetter oder kurzer
  Schwanz
  
 Beine
• fein bis mittelstarke Knochen  
• mittlere Länge
• unbewollt unterhalb des
  Sprunggelenks
• Farbe: weiß mit oder ohne
  dunkle Flecken
• Klauen schwarz oder
  schwarz-weiß gestreift
  mehr als ein Drittel dunkle
  Beine
• weiße Klauen
 • vollständig dunkle Färbung
    eines Beines
•  Wolle unterhalb des
   Sprunggelenks
 Körperbau
• ausgewachsene Böcke
wiegen 55 – 85 kg
• ausgewachsene Zippen
wiegen 35– 60 kg
• langer Rahmen, gleichmäßig
bemuskelt, mit gut gewölbten
Rippen
• fein bis mittelknochig mit
geradem Rücken
• tiefe Brust
  
Körperfarbe und Vlies
• ungleichmäßig gefleckt,
grundsätzlich weiß mit
dunklen Flecken
• 60 % weiß und 40 %
schwarz, braun oder lila
gefleckt
• die Haut unter dem weißen
Vlies ist rosa, unter den
Flecken dunkel
• Bauch bewollt
• von feiner/mittlerer Qualität
mit wenig Grannenhaar
• das Vlies ist von offener
Beschaffenheit, elastischem
Griff und seidig
glänzend, CD-Wolle
• die Länge der Vliesstapel
ist 7 – 18 cm
• Durchschnittsgewicht bei
Zippen 1,5 – 3 Kg, bei Böcken
2,5 – 4 Kg
• Farbflecken, die etwas
  auslaufen
• Pigmentierung der Haut in
  weißen Partien
• extrem abgesetzte Stellen
  im Vlies, bei denen die
  dunklen Fasern deutlich
  kürzer als die weißen sind
  oder umgekehrt bei erwachsenen
  Schafen
 • feine Vliese mit einer Feinheit
   von A und feiner
• grobe Vliese mit einer
  Feinheit von E und grober
• kurze spröde Vliese mit
  viel Grannenhaar
• übermäßige Melierung in
  der Wolle